Von der ophthalmologischen Rehabilitation zur beruflichen Teilhabe (ORELTA)

Projektleitung:Prof. i.R. Dr. Ernst von Kardorff
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen:M.Sc. Jana Gisbert Miralles, M.A. Sandra Kappus
Projektförderung:Gefördert durch die Deutsche Rentenversicherung Bund
Projektlaufzeit:01.03.2017 – 30.06.2020

Ziel der Untersuchung

Ziel des Projektes ist es, in einem ersten Schritt, differenzielle Rehabilitationsbedarfe von Menschen mit nicht reversiblen Seheinschränkungen in unterschiedlichen Stadien der Augenerkrankung bzw. des Visusverlusts zu präzisieren. Auf der Basis von Problem- und Bedarfslagen sowie von Versorgungslücken werden zielgruppenspezifische Beratungskonzepte z.B. für Kliniker und Beraterkreise mit Blick auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) entworfen. Ziel ist es zudem, in Zusammenarbeit mit Experten, Entwicklungsansätze z. B. in Form eines Indikationskatalogs für die Verordnungspraxis rehabilitativer Leistungen zu formulieren sowie eine Blaupause eines ganzheitlichen und verzahnten medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitationskonzeptes für die Zielgruppe zu entwickeln. Darüber hinaus werden Vorschläge zur Klärung der Strukturverantwortung für die Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung von Menschen mit nicht reversiblen
Seheinschränkungen nach akutmedizinischer Behandlung unterbreitet.

Forschungsdesign
Das mixed-methods Forschungsdesign gliedert sich in drei Projektphasen:

Phase 1: Analyse
Versorgungskonzepte
· Erfassung des bundesweiten Reha-Leistungsspektrums
· Nutzung und Perspektiven der ICF-Klassifikation
· Analyse vorliegender medizinischer und beruflicher Rehabilitationskonzepte
· Vergleich von Schnittstellen und Leitkonzepten
Epidemiologie
· Bundesweite Befragung der Integrationsämter (über die Bundesarbeitsgemeinschaft
der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen) zur eigenen Rolle, Umfang der Informationsleistungen und technischen Hilfen sowie den bestehenden Erfahrungen bei der Platzierung schwerbehinderter Personen mit erheblichen Beeinträchtigungen des Sehens oder Blindheit
· Datenstrukturbeschreibung ggf. Identifikation von Datenlücken
· Sekundär- und Prozessdatenanalyse (z.B. Rehakliniken), Zusammenführung bestehender Daten

Phase 2: Status Quo-Erhebung
· Beschreibung von berufsbezogene Problemlagen der Betroffenen in ihrer Komplexität (z.B. Komorbidität, Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Arbeitsumfeld) sowohl aus der Binnensicht der Rehabilitanden als auch der Experten der verschiedenen beteiligten Institutionen und Disziplinen
· Darstellung der die Bedarfslage für berufsbezogene Rehabilitationsleistungen für sehbeeinträchtigte Menschen
· Versorgungspfade und Wege in die medizinische sowie berufliche Rehabilitation nachzeichnen und ggf. Hindernisse wie mangelnde Information bei Klienten und den professionellen Akteuren, Schnittstellenprobleme sowie ungeklärte Zuständigkeiten identifizieren,
· Identifizierung hemmender und fördernder Rahmenbedingungen und Faktoren für eine rechtzeitige Inanspruchnahme von Rehabilitationsleistungen
· Untersuchung der Bedeutung medizinisch-beruflicher sowie spezieller beruflicher Rehabilitationsleistungen für die Teilhabe am Arbeitsleben aus Sicht der Rehabilitanden und der zentralen Akteure im System der Berufsförderung für Menschen mit Sehbehinderungen und Blindheit

Phase 3: Entwicklungsphase
· Entwicklung eines medizinisch-beruflichen Rehabilitationskonzepts gemeinsam mit Experten

· Blaupause für eine sektorübergreifende verzahnte, ganzheitliche und teilhabeorientierte medizinische, berufliche und soziale Elementar-Reha unter ICF-Perspektive

Ansprechpartnerin: M.A. Sandra Kappus