Wege von der beruflichen Qualifizierungsmaßnahme in das Beschäftigungssystem

Projektleitung:Prof. Dr. Ernst von Kardorff
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen:Dr. Alexander Meschnig, Dr. Sebastian Klaus
Projektförderung:Gefördert durch die Deutsche Rentenversicherung Bund
Projektlaufzeit:02.2014 – 05.2016

Hintergrund

Mit der Bewilligung der Vorläuferstudie („Abbrüche beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen in der Rehabilitation“) durch die DRV Bund war seitens des Auftraggebers bereits die Anregung verknüpft, die Studienteilnehmer im Rahmen einer Folgestudie erneut zu befragen. Von den insgesamt in der Vorgängerstudie befragten 550 Teilnehmern haben mehr als die Hälfte (51%) in schriftlicher Form ihre Bereitschaft erklärt an einer Folgestudie teilzunehmen (N=279). Die Kontaktdaten liegen vor und ihre Nutzung ist bereits datenschutzrechtlich abgesichert. Damit ist der Zugang zu den Teilnehmern gewährleistet. In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber und den bisher beteiligten Kooperationspartnern soll auf der Grundlage der in der Vorgängerstudie gewonnenen Erkenntnisse, eine weiterführende qualitative und quantitative Verlaufsstudie zum Verbleib der Teilnehmer nach Ablauf der Maßnahme vorgenommen werden.

Ziel der Untersuchung

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der Rekonstruktion des Zusammenspiels zwischen den subjektiv berichteten (berufs-)biografischen Erfahrungen beim Berufseinstieg der in der Vorgängerstudie untersuchten Maßnahmeteilnehmer und den objektiven Barrieren, mit denen sie nach Abschluss der Maßnahme beim (Wieder-)Einstieg in das Beschäftigungssystem konfrontiert sind. Anknüpfend an die bereits vorliegenden Befunde geht es um die Klärung, ob und in welchem Maße die ermittelten Einflussgrößen und Rahmenbedingungen sich auf dem weiteren Weg der Teilnehmer in Beschäftigung auswirken.
Im Unterschied zu einer administrativen Verlaufsstatistik, die lediglich die formale Beendigung einer Maßnahme (Erfolg/Abbruch) und die punktuelle Integration in das Beschäftigungssystem (beschäftigt/nicht beschäftigt) für den Kostenträger dokumentiert, geht es hier um unterschiedlichen Formen des Abbruchs sowie die vielfältigen und individuellen Wege in den Arbeitsmarkt. Von besonderem Interesse sind die Formen der Beschäftigung als auch die Frage nach einem ausbildungsadäquaten und leidensgerechten Arbeitsplatz. Im Unterschied zu einer nur einmaligen Betrachtung zielt die Längsschnittuntersuchung darauf, die einzelnen Verlaufsstadien (Übergänge, subjektive Wahlentscheidungen) und die Platzierung im Beschäftigungssystem oder eine anschließende Erwerbslosigkeit bzw. einen EM-Rente(nantrag) für die Maßnahmeteilnehmer im Verlauf zu rekonstruieren. Hierbei konzentriert sich das Vorhaben auf die Beantwortung der Frage nach biografischen Wegen in Beschäftigung und den Erfolgs- oder Misserfolgsbedingungen nach Abschluss beruflicher Umschulungen. Das prozessorientierte Vorgehen orientiert sich an einzelnen Versicherten; dabei werden objektive Indikatoren und subjektive Erzählungen und Bewertungen berücksichtigt, besonders auch die Passfähigkeit zu den Lebens- und Berufsplänen unter Berücksichtigung der subjektiven Gesundheit.

Forschungsdesign

Die Datenerhebung und -auswertung erfolgt mittels unterschiedlicher Methoden der qualitativen und quantitativen Sozialforschung. Hierzu kamen folgende Erhebungsmethoden zum Einsatz:

  • Zwei Fragebogenerhebung, t1 6 und t2 18 Monate nach der Maßnahme
  • Episodische Leitfadeninterviews mit ehemaligen KursteilnehmerInnen
  • Experteninterviews mit Personen aus Praxis, Kostenträger und Wissenschaft